Manchmal sage ich mir selbst Dinge, die ich keinem anderen Menschen zumuten würde. Nach einem Gespräch, einer Entscheidung oder einem langen Arbeitstag meldet sich diese leise innere Stimme und fragt: „War das wirklich gut genug?“
Und fast automatisch bin ich strenger mit mir, als ich es jemals mit jemand anderem wäre. Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Gerade in Phasen, in denen viel auf dem Spiel steht, etwa während einer Bewerbungsphase, nach einem Vorstellungsgespräch oder nach einer Absage, wird diese Stimme oft besonders laut.
1. Zweifel verschwinden nicht einfach, und das müssen sie auch nicht
Mit der Zeit ist mir etwas aufgefallen. Diese Zweifel gehen nicht von allein weg. Und wahrscheinlich müssen sie das auch gar nicht. Denn im Kern zeigen sie etwas Gutes. Sie zeigen, dass dir etwas wichtig ist, dass du Verantwortung übernimmst und dass du wachsen möchtest.
Trotzdem sind sie manchmal schwer auszuhalten. Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht, die Zweifel vollständig loszuwerden, sondern den Ton zu verändern, in dem du mit dir selbst sprichst.

2. Würdest du das auch zu einem anderen Menschen sagen?
Mach dir einmal bewusst, welche Worte du innerlich wählst, wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir erhoffst. Für mich war dieser Moment ehrlich gesagt ziemlich ernüchternd.
Würdest du dieselben Worte auch zu einer guten Freundin oder einem guten Freund sagen? In dieser Härte? Wahrscheinlich nicht. Du würdest einem anderen Menschen nicht sagen, dass er nicht gut oder klug genug ist oder dass alles besser hätte sein müssen.
Du würdest viel eher sagen: „Du hast dir Mühe gegeben.“ Es lag nicht nur an dir. Du kannst nicht alle zufriedenstellen. Genau diese Freundlichkeit verdienst du auch selbst.
3. Erkenne die innere Stimme, bevor du ihr glaubst
Der erste Schritt ist, die innere Stimme überhaupt zu bemerken. Oft läuft sie so selbstverständlich mit, dass wir sie für die Wahrheit halten. Sie ist aber nur eine Bewertung, und Bewertungen darf man hinterfragen.

4. Begegne dir wie einem Menschen, den du gern hast
Ein hilfreicher Gedanke ist, dir selbst so zu begegnen, wie du einem Menschen begegnest, den du gern hast. Sprich mit dir in derselben Sprache, die du für andere finden würdest. Das bedeutet nicht, Fehler schönzureden oder Ansprüche aufzugeben. Es bedeutet lediglich, fair zu bleiben. Gerade in einem Bewerbungsprozess, der ohnehin viel Kraft kostet, ist diese innere Fairness keine Schwäche, sondern genau das, was dich durchhält.
Niemand wird besser, wenn er sich selbst klein macht. Aber sehr viele Menschen wachsen, wenn sie sich erlauben, freundlich und gleichzeitig ehrlich mit sich zu sein.
Wie sprichst du in solchen Momenten eigentlich mit dir selbst? Und was würde sich verändern, wenn du dir dieselbe Nachsicht entgegenbringst, die du anderen längst schenkst?
Und falls du gerade mitten in einer Bewerbungsphase steckst und dir jemanden wünschst, der ehrlich einschätzt und zugleich bestärkt: Genau so begleite ich meine Kandidat:innen bei pionetic. durch den gesamten Prozess. Melde dich gern, wenn du diesen Weg nicht allein gehen möchtest.